Grüne

"Schulen einbeziehen"

NEUMARKT. Die Stadt soll einem Antrag von FLitZ und Grünen zufolge die Schulen bitten, die Nazi-Zeit in Neumarkt "mit aufzuarbeiten".

Die Stadträte der Fraktionsgemeinschaft wollen Oberbürgermeister Thomas Thumann darin unterstützen, die "Nazi-Vergangenheit in Neumarkt aufzuarbeiten" und regten an, die Schulen in Neumarkt mit einzubeziehen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Nach zahlreichen Gesprächen mit Lehrkräften hätten die Stadträte "zumindest an einigen Schulen Bereitschaft zum Mitmachen" erkannt. Wie erfolgreich dies sein könne, beweise das auch von der Stadt prämierte Projekt des Ostendorfer Gymnasiums "Der letzte Brief", in dem "eindrucksvoll an ermordete jüdische Mitbürger aus der Stadt Neumarkt erinnert wurde".

5000 Euro sollten aus öffentlichen Mitteln bereitgestellt werden, falls den Schulen Kosten dabei entstehen.
21.11.06

"Voll daneben"

NEUMARKT. Als "voll daneben" bezeichnen die Grünen die "Ansprüche" der CSU auf städtische Einrichtungen.

Die Grünen wiesen in einer Pressemitteilung darauf hin, daß die UPW im Internetcafe G6 eine Veranstaltung durchführt, bei der OB Thumann mit Jugendlichen diskutiert (wir berichteten). Daraufhin habe CSU- Fraktionschef Ferdinand Ernst "Ansprüche" auf die Verwendung städtischer Einrichtungen für die CSU angemeldet (wir berichteten).

Man sehe hier "beim besten Willen nicht, woraus Herr Ernst irgendwelche Ansprüche ableitet", erklärte Grünen-Vorsitzender Horst Wild. Die UPW- Veranstaltung sei öffentlich und für die Benutzung der benötigten Einrichtungen werde entsprechend bezahlt. Außerdem sei es durchaus legitim und auch wünschenswert, wenn der Oberbürgermeister das Gespräch mit Jugendlichen sucht, und das gerade da, wo diese "zuhause" sind.

"Im übrigen" gelte aber nach Meinung der Grünen "für alle, und zwar wirklich alle politischen Gruppen, ob Partei oder nicht: Lasst die Finger vom Jugendzentrum!"
20.11.06

PPP-"Gewurstel"

NEUMARKT. Nach einem Fach-Seminar über PPP-Modelle entdeckten FLitZ und Grüne viele Mängel bei den Neumarkter Plänen.

Sigi Harres und Johann Georg Glossner, Stadträte der Fraktionsgemeinschaft Grüne/FlitZ, nahmen zur Vertiefung des Wissens über PPP-Modelle an einem ganztägigen Seminar der Petra KellyStiftung in Augsburg teil. Fünf Referenten vom Bundesbauministerium über die Oberste Baubehörde im Bayerischen Innenministerium, vom Deutschen Institut für Urbanistik (eine Forschungsorganisation von Städten und Gemeinden) bis hin zum Bürgermeister von Sonthofen erklärten den Teilnehmern die möglichen Vorteile und Gefahren und was es unbedingt im Vorfeld einer derartigen Entscheidung zu beachten gelte.

"Erschreckend" war es danach für Harres und Glossner, "wie falsch in Neumarkt mit dem Vorhaben umgegangen wird". "Grundlegende absolut zwingend notwendige Vorarbeiten" würden in Neumarkt unterlassen. Es gäbe keine Bedarfsanalyse, keine Kostenermittlung, keinen Versuch, die Kosten überhaupt zu begrenzen und keinen Vergleich mit den möglichen Einsparpotentialen bei beiden Modellen. Kurz: in Neumarkt werde "gewurstelt, ohne von den Erkenntnissen der Leute mit Erfahrung überhaupt profitieren zu wollen".

Es sei dringend geboten, auch in Neumarkt ein Seminar dieser Art durchzuführen, um Fehler mit großem Verlustpotential zu vermeiden, hieß es in einer Presemitteilung von FLitZ und Grünen. Die Fraktion werde deshalb den Oberbürgermeister bitten , dieses Seminar in Neumarkt öffentlich wiederholen zu lassen, um allen Stadträten und Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich aus erster Hand von Anwendern des PPP-Modells Informationen zu holen. Die Kosten für dieses Seminar seien so gering, das Sparpotenzial aber so groß, daß sich diese Investition "sehr rentieren wird".
12.11.06

"Teufelskreis durchbrechen"

NEUMARKT. Eine gemeinsame Wertediskussion um alte Menschen war eine der großen Forderungen von Vertretern der Grünen mit ihrer Landesvorsitzenden Theresa Schopper und Caritasvertretern aus dem Landkreis bei einem gemeinsamen Gespräch.

Die Diskussion um Gesundheit und Altersvorsorge werde zu defensiv geführt, auf Skandale im Pflegebereich werde mit teilweise falschen Maßnahmen reagiert, so der Tenor.

Eingeladen zum Treffen hatte Stephan Spies, Heimleiter des Caritas-Altenheims St. Johannes in Neumarkt, der auch als Sprecher der Heimleitungen des Landkreises agiert. Er stellte zunächst grobe Entwicklungslinien in der stationären Altenpflege dar. Er plädierte für eine Beibehaltung der Fachkraftquote bei 50 Prozent des Pflegepersonals. Die Grünen teilten diese Auffassung. Nur so könne eine bedarfsgerechte und qualifizierte Pflege gewährleistet werden.

Als weiteres Problem wurde die Finanzierung erkannt. Pflegesätze durch die Pflegeversicherung wurden nicht erhöht und Investitionszuschüsse durch den Freistaat gekürzt, so dass durch Kostensteigerungen im Bereich Einkauf und Löhne Erhöhungen der Beiträge für die alten Menschen unumgänglich seien. Weiter habe das zum Abbau qualifizierter Kräfte beigetragen und damit auch zum Abbau der Pflegequalität.

Grünen-Kreisvorsitzende Gabi Bayer: "Dieser Teufelskreis kann nur durchbrochen werden, wenn wir zu einer bedarfsgerechten, und an die Kostensteigerungen angepasste Finanzierung finden."

Langfristig müsse hier ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden, so dass private Vorsorge für das Alter eine viel größere Rolle spiele, so Gerhard Binder, Leiter des Berchinger Caritas-Heims. Grünen-Bezirksrätin Ingeborg Hubert betonte, dass die Diskussion um den Wert der Pflege alter Menschen nicht gegeneinander geführt werden dürfe. Vielmehr müssten Bürger und Politik, Einrichtungsträger und Pflegekräfte an einem Strang ziehen.

Als weiterer Kritikpunkt an der derzeitigen Situation erkannten beide Gesprächsseiten den hohen bürokratischen Aufwand in der Pflege. Immer neue Papiere müssten erstellt werden und würden als Qualitätsmerkmale der Heime gelten. Dies betreffe, so Richard Theil von der Sozialstation, besonders auch die ambulanten Dienste. In Wirklichkeit sei Papier aber geduldig und führe im Zweifelsfall zu Einbußen in der Pflege, für die kontinuierlich weniger Zeit bestünde.

Schopper erklärte hierzu, dass die Pflege viel stärker prozessorientiert sein müsse. Vermeintliche Sicherheiten, wie sie der Medizinische Dienst oder die Heimaufsicht forderten, würden Skandale nicht vermeiden. Mit gesundem Menschenverstand und Fachkenntnis der Prüfer sei häufig leichter erkennbar, welches Klima in einem Heim herrsche, so Spies.
10.11.06


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