Grüne
„Versenkbare Poller“

Stadträte von Grünen und UPW stellten gemeinsam einen Antrag, versenkbare Poller zu errichten
Foto: Lukas Husarek
NEUMARKT. Grüne und UPW wollen in Neumarkt die durch die Fußgängerzone am Rathaus fahrenden Autos mit versenkbaren Pollern stoppen.
Der gemeinsame Antrag soll die Fußgängerzone besser schützen und die Aufenthaltsqualität steigern, hieß es. Die Stadtverwaltung wurde aufgefordert, ein Konzept zur Installation versenkbarer Poller an den Zufahrten zur Fußgängerzone zu erarbeiten und dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen.
So soll die unerlaubte - aber tagtäglich vorkommende - Ein- und Durchfahrt von privaten Fahrzeugen und Lieferverkehr außerhalb der festgelegten Lieferzeiten unterbunden werden. Der Stadtbusverkehr und Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten könnten durch versenkbare Poller weiterhin jederzeit uneingeschränkt passieren.
Der gemeinsame Antrag sieht vor, die Poller außerhalb der Lieferzeiten von 6 bis 10 Uhr automatisch auszufahren. Ergänzend sollen Lieferzonen außerhalb der Fußgängerzone eingerichtet und klar ausgewiesen werden. Der Stadtbusverkehr soll dauerhaft freie Durchfahrt erhalten.
Das nun zu erarbeitende Konzept soll die Interessen von Fußgängern, Gewerbetreibenden, Lieferverkehr, ÖPNV und Sicherheits- und Rettungsdiensten gleichermaßen berücksichtigen.
15.07.26
Aufklärung notwendig

Eine Handvoll Igel: dieses Baby wurde gerettet
Foto: Archiv/ Barbara Goettler
NEUMARKT. Während der Bund Naturschutz ein Nacht-Verbot für Mähroboter im Landkreis will, befürworten die Grünen in der Stadt eine Info-Kampagne.
Das Ziel ist das gleiche: damit sollen Igel vor Mährobotern gerettet werden, die beim Nachtbetrieb oft ein Gemetzel unter den Tieren anrichten.
Während der Bund Naturschutz für den Landkreis ein nächtliches Betriebsverbot für Mähroboter fordert, wie es in etlichen Nachbar-Landkreisen bereits besteht (
wir berichteten) reichte jetzt die Neumarkter Stadtratsfraktion der Grünen einen Antrag zu einer umfassenden Aufklärungskampagne ein. Eine Kommune wie die Stadt Neumarkt könne nämlich „nach derzeitiger Rechtsauffassung“ eine entsprechende Allgemeinverfügungen gar nicht erlassen - im Gegensatz zu kreisfreien Städten oder landkreisen.
Deshalb fordert man eine umfassende Aufklärungskampagne, bei der den Gartenbesitzern bewusst gemacht werden soll, was ihre Mähroboter nachts anrichten können. Igel sind nämlich keine Fluchttiere, sondern rollen sich bei drohender Gefahr zusammen. Die Tiere haben dann gegen die Messer der Roboter keine Chance - Werbeversprechen, dass die modernsten Roboter stoppen oder ausweichen würden, sind längst vom Leibniz-Institut widerlegt.
Das Ziel sei es, dass in Neumarkt Mähroboter in der Zeit von Anfang März bis Ende November, eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang nicht genutzt werden.
25.06.26
Wechsel an Fraktions-Spitze
NEUMARKT. Dr. Franziska Hutzler übernahm bei der Grünen-Fraktion im Neumarkter Stadtrat den Fraktionsvorsitz von Thomas Leykam.
Der Wechsel stehe dabei nicht für einen Bruch, sondern vielmehr für Kontinuität, Teamgeist und einen gemeinsamen politischen Kurs hin zu einer nachhaltigeren und sozialeren Stadtentwicklung, hieß es von den Grünen.
Thomas Leykam, der die Fraktion bislang geführt hat, bleibt weiterhin Teil des Führungsteams und übernimmt künftig die Stellvertretung. Beide betonten die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Fraktion.
„Mir ist besonders wichtig, dass alle Fraktionen im Stadtrat konstruktiv zusammenarbeiten und im Austausch bleiben“; sagte die neue Fraktionsvorsitzende. Am Ende gehe es nicht um parteipolitische Profilierung, sondern darum, gemeinsam gute Lösungen für die Bürger in Neumarkt zu finden.
21.05.26
UPW zog den Kürzeren

Diese Stadt-Spitze hatten viele nicht erwartet (v.l.): Bürgermeister Marco Gmelch und zweiter Bürgermeister Günther Stagat bei der Vereidigung durch Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn
NEUMARKT. Neben dem OB und dem ersten Stellvertreter - beide CSU - steht an der Spitze der Stadt Neumarkt völlig überraschend ein Sozialdemokrat.
Das war zwar bisher auch schon so, doch wurde bei der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats mit einem Bürgermeister von der UPW gerechnet. Nicht bestätigt, aber offensichtlich: eine Absprache ist schief gegangen.
Die UPW hatte im Vorfeld als zweitstärkste Fraktion im Stadtrat einen Bürgermeister-Posten für sich gefordert (
wir berichteten) und dafür Rita Großhauser als Kandidatin genannt. Die CSU ließ keinen Zweifel, dass der erste Stellvertreter-Posten weiter bei der CSU - und wie bisher bei Marco Gmelch - bleibt.
Doch nichtöffentliche Abstimmungen im Neumarkter Stadtrat sind so eine Sache - in der Wahlkabine kann insgeheim so manche alte Rechnung beglichen werden. Mit Grausen - einige unbekannte Stadträte wohl auch mit höchstem Vergnügen - blickte man auf die
Bürgermeister-Wahlen von 2014 zurück, als der offizielle CSU-Kandidat 24 ungültige Stimmen einfuhr, die beim nächsten Durchgang - mit einem von der UPW (!) vorgeschlagenen ehemaligen CSU-Landrat Albert Löhner - wie durch ein Wunder alle wieder gültig waren...
Ganz so grotesk ging es jetzt am Mittwochabend bei der konstituierenden Sitzung des Neumarkter Stadtrates nicht zu, aber eine offensichtliche Absprache zwischen CSU und UPW ging wohl in die Hose. Bei der Wahl des ersten Stellvertreters erhielt Marco Gmelch (CSU) alle 37 gültigen von insgesamt 41 Stimmen - wurde also zweifellos auch von der UPW unterstützt.
Bei der unmittelbar darauf folgenden Wahl des zweiten Stellvertreters schickte die UPW
wie angekündigt Rita Großhauser ins Rennen - und war wohl zuversichtlich, sich mit der Unterstützung der CSU leicht gegen die Gegenkandidaten Thomas Leykam von den Grünen und Günther Stagat von der SPD durchsetzen zu können.
Doch das ging gehörig schief: schon bei der Auszählung fielen Beobachtern vielsagende Blicke und hochgezogene Augenbrauen im Umfeld der gerade geöffneten Wahlurne auf: Das Ergebnis schlug dann - zumindest bei einem Teil der Stadträte - ein wie eine Bombe: Von den 37gültigen abgegebenen Stimmen entfiel genau die knappe absolute Mehrheit - nämlich 19 - auf Günther Stagat von der SPD (die aus eigener Kraft nur vier Stimmen stellen kann). Thomas Leykam (Grüne) erhielt acht Stimmen, die eigentlich favorisierte Rita Großhauser von der UPW nur zehn Stimmen.
Bis dahin war die konstituierende Sitzung des Stadtrates äußerst harmonisch verlaufen.

Die neuen Stadträte wurden vereidigt
Nach einer Ansprache von Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn (
im Wortlaut hier) wurden diese neuen Stadträte im Gremium begrüßt und vereidigt:
- Britta Dirrigl,
- Bernhard Dörfler,
- Anja Dworschak,
- Susanne John,
- Susanne Müller,
- Hildegard Naumann,
- Brigitte Paulus,
- Prof. Dr. Bettina Rau,
- Nicole Stagat,
- Johanna Stehrenberg,
- Thomas Thumann,
- Regina Weidinger,
- Marco Winkler und
- Michaela Zeitz.

Ursula Plankermann wurde als dienstälteste Stadträtin verabschiedet
Verabschiedet wurde bei der konstituierenden Sitzung auch ein wahres „Urgestein“ der Neumarkter Kommunalpolitik, das so manchen OB kommen und gehen sah:
Ursula Plankermann war von 1984 bis 2026 ununterbrochen 42 Jahre lang im Neumarkter Stadtrat. Die SPD-Stadträtin erlebte dabei die Oberbürgermeister Kurt Romstöck, Alois Karl, Thomas Thumann und Markus Ochsenkühn.

Bei der Sitzung wurden ausscheidende Stadträte verabschiedet
Außer ihr wurden versbschiedet (in alphabetischer Reihenfolge): Rudolf Bayerl, Eva Borke-Thoma, Franz Düring, Johann-Georg Gloßner, Gertrud Heßlinger, Sonja Reininger, Elfriede Meier, Martin Meier, Dr. Werner Mümmler, Dieter Ries, Philipp Schmidt, Gisela Stagat und Pedra Wittmann
06.05.26