SPD Neumarkt
"Keine Klasse über 25"
NEUMARKT. "Richtig erschrocken" ist der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl über die Klassengrößen an den Schulen im Landkreis Neumarkt, die ihm nach einer Anfrage von Staatsminister Siegfried Schneider mitgeteilt wurden.
Demnach sitzen in mehr als 298 Klassen im Landkreis 26 und mehr Schüler. In 114 Klassen müsse ein Lehrer sogar mehr als 30 Kinder unterrichten. Dabei sei auffallend, dass man es gerade bei den Realschulen und Gymnasien mit den größten Klassen zu tun habe.
Es wisse jeder, so Strobl, dass kleine Klassen die Grundlage für eine dringend notwendige Realisierung der individuellen Förderung und für gerechte Bildungschancen seien. Auch die immer wichtigeren Erziehungsaufgaben des Lehrpersonals an den Schulen würden kleinere Lerngruppen erfordern. Deswegen müsse nach Ansicht der SPD das Ziel "keine Klasse über 25" zum wichtigen Bildungsziel in Bayern werden.
Richtig sei, so Strobl, dass allein kleinere Klassen noch keine Garantie für den Lernerfolg seien. Für manche Klassen mit schwieriger sozialer Zusammensetzung könnten schon 20 Schüler zu viel sein. Richtig sei ebenso, dass es auch auf einen guten Unterricht ankomme, wenn Schüler individuell gefördert werden sollen. Insofern sei den Schulen grundsätzlich auch mehr Kompetenz und Flexibilität bei der Einteilung der Klassengrößen einzuräumen.
Richtig sei auf jeden Fall, dass kleinere Schulklassen kombiniert mit einem guten und abwechslungsreichen Unterricht bessere Voraussetzungen für den Lernerfolg der Schüler böten. Kleinere Klassen seien nachweislich auch ein wichtiger Faktor für die dringend notwendige Verbesserung der Motivation des Lehrpersonals und der Lehrergesundheit.
Der SPD-Abgeordnete wies darauf hin, dass kleinere Klassen in den Grundschulen die Leistungen im Lesen und in der Mathematik verbessern, Klassenwiederholungen und Leistungsunterschiede verringern. Dies hätten Studien in den USA, die vom deutschen Grundschulverband zusammengefasst wurden, eindeutig ergeben. Auch an weiterführenden Schulen sei der bessere Lernerfolg in kleineren Klassen nachgewiesen, wenn das Lehrpersonal die Vorteile nutze.
Es müsse endlich damit begonnen werden, so Strobl, das Ziel "keine Klasse über 25" zu realisieren. Wer sich – so wie die Staatsregierung – mit Klassengrößen mit 33 oder 34 Schülern zufrieden gebe, habe bildungspolitisch verloren. Die Zahlen aus dem Landkreis Neumarkt würden belegen, wie notwendig es sei, mehr Lehrkräfte einzustellen und für kleinere Klassen zu sorgen. Es bestehe auf jeden Fall größter Handlungsbedarf seitens der Staatsregierung.
sor
02.02.08
Service-GmbH soll putzen
NEUMARKT. Hauptdiskussionspunkt bei der jüngsten Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion war die Rückführung der Putzleistungen für kreiseigene Gebäude in die kommunale Service-GmbH.
Man habe bereits vor einigen Jahren festgestellt, dass das
Outsourcing an seine Grenzen gestoßen ist, hieß es dabei. Unmotiviertes, weil schlecht bezahltes, Personal habe nachlassende Reinigungsleistungen zur Folge gehabt. Damals wurde die Service GmbH gegründet, um im Klinikum wieder eigenes Personal einstellen zu können.
Bürgermeister Helmut Himmler stellte fest, dass Einsparungen zwar an allen Stellen in Erwägung gezogen werden müssten, dass er allerdings in Berg immer sehr gute Erfahrung mit gemeindlichen Reinigungskräften habe. "Dort wo Gemeinden und Landkreis an externe Firmen vergeben, die auf Kosten des Personals Gewinne erzielen wollen, wird an der falschen Stelle gespart". Man dürfe nicht bei den Schwächsten, beginnen. Das seien meistens teilzeitbeschäftigte Frauen. Zudem, so Himmler, seien die "Putzdamen" oft hoch motiviert, "ihre" Schule auch blitzsauber zu haben.
Dies bekräftigte auch Erwin Jung, Parsberg: "Für viel Geld ist nun die Renovierung der Hauptschule erfolgt. Da ist es doch kontraproduktiv, durch eingeschränkte Putzleistungen gleich wieder alles herunterzuwirtschaften."
Fraktionssprecherin Carolin Braun gab bekannt, dass sich mehrere Betroffene bei der Kreis-SPD gemeldet hätten. "Wenn nur ein Bruchteil davon stimmt," so Braun, "dann ist die Situation mancherorts mehr als bedenklich."
Josef Mayer, Berching, berichtete, dass er sich schon an Gewerkschaften und die Rentenversicherungsanstalt gewandt hätte wegen einiger Fälle in Berching. Dort würden durch Zeitkürzungen de facto die Mindestlöhne bis zu 20 Prozent unterschritten.
Die SPD Fraktion war sich einig, dass dies an landkreiseigenen Schulen nicht passieren dürfe. Sie wird einen Antrag an den Kreistag formulieren, in dem die Forderung erhoben wird, die Putzleistungen in die Verantwortung der Service-GmbH rückzuführen.
"Das hat auch den Vorteil, dass wir den Menschen wieder längerfristige Arbeitsplätze anbieten können", sagte Landratskandidat André Radszun.
Den Antrag der UPW/FW-Kollegen auf Erhöhung der Zuschüsse für die Schuldnerberatung werden die Sozialdemokraten unterstützen. Utha Lippmann erinnerte daran, dass ein ähnlicher Antrag der SPD vor vielen Jahren bereits gestellt worden war. Carolin Braun sagte, dass sie jährlich in der Haushaltsrede eine Erhöhung gefordert habe. "Dem Antrag werden wir uns sicher anschließen!"
Außerdem diskutierte die SPD über die Problematik der Energieversorgung an den beiden Neumarkter Gymnasien. Dort sei eine Sanierung im Gange und es sollte ein Anschluss an das ursprünglich geplante Neumarkter Biomasseheizwerk erfolgen. "Wir werden einen Antrag stellen, dass das Architektenbüro Alternativen erarbeiten soll."
Dabei müsse auch geprüft werden, ob der Landkreis nicht selber für die Gymnasien eine eigene Anlage betreiben könne, hieß es. Josef Mayer erinnerte an eine Idee eines ebenfalls am Wettbewerb beteiligten Architekten, durch ein Wärmetauschverfahren die Energie des unter dem Gelände durchfließenden Hauptsammlers der Kanalisation sowohl zur Heizung im Winter wie zur Kühlung in der heißen Jahreszeit zu nutzen.
31.01.08
Die "falsche" B 299
NEUMARKT. Drei Berchinger SPD-Politiker mahnen im Landratsamt den dreispurigen Ausbau der B 299 bei Pollanten an.
Zwar habe man in der Presse vom Chef der "Abteilung Landkreis-Entwicklung", Michael Gottschalk, vernommen, daß er sich "mit Nachdruck"für einen dreispurigen Ausbau der B 299, für je eine Unter- und Überführung des landwirtschaftlichen Verkehrs und für den Ausbau einer Linksabbiegerspur einsetze, schreiben die beiden Berchinger Kreisräte Josef Mayer und Robert Zeller sowie der Pollantener Ortssprecher und Stadtrat Michael Zeller in einem Brief an Gottschalk. Doch leider sei damit nicht Pollanten und Berching gemeint, merken sie süffisant an - sondern die Bundesstraße im Bereich Pilsach und Lauterhofen. Und dort - in Lauterhofen - sei Gottschalk zweiter Bürgermeister.
Nicht etwa, daß man den Kollegen im Landkreis-Norden nichts gönnen würde: Aber im Landkreis Neumarkt sei "von Anfang an" die B 299 von Neumarkt in Richtung Ingolstadt (neben der Bundesstraße 8) als Hauptverkehrsachse herausgestellt worden, heißt es in dem Schreiben. Darüber habe beispielsweise auch im Arbeitskreis für die Entwicklung des ÖPNV Einigkeit geherrscht - einem Arbeitskreis des Landkreises, dem Gottschalk angehört habe.
Die "Begeisterung" der Berchinger Genossen, daß sich Gottschalk "in Zeiten des Werbens um die Wählergunst mehr für Lauterhofen einsetzt", halte sich "in Grenzen", merken sie ironisch an.
Den Berchingern lag der Entwurf für eine neue Trasse der Bundesstraße 299 vor, die künftig nicht mehr durch den Ort Mühlhausen führen soll, sondern östlich des alten Ludwig-DM-Kanals - und die zur Hälfte auf Berchinger Gemeindegebiet liegt. In diesem Entwurf habe man versäumt, "für mehr Verkehrssicherheit, eine Entlastung der 800-Einwohner-Ortschaft Pollanten und einen besseren Fluss des Verkehrsaufkommens zu sorgen", sind die drei SPD-Politiker überzeugt.
Sie weisen darauf hin, daß die von Maschinenring und Waldbauern geschaffenen Speicher-, Umschlage- und Verarbeitungseinrichtungen an der RMD-Lände bei Bachhausen vor allem in der Erntezeit zu einer erheblichen Verkehrssteigerung führen. Über das ganze Jahr steuern zudem Dutzende von Lkw und Lastzügen die landkreiseigene Bauschuttdeponie und die Sandgruben im Pollantener Forst an. Die Hälfte davon nehme den Weg durch Pollanten, "vorbei an Kirche und Kindergarten" und anschließend über eine 14prozentige Steigung Richtung Deining und Seubersdorf.
In ihrem Schreiben bitten sie noch einmal, die "wirklich einmalige Chance" im anstehenden Planfeststellungsverfahren zu nutzen und
- die B 299 im Bereich Ortsumgehung Mühlhausen, langfristig von Berching bis Neumarkt dreispurig - mit einer mittigen Überholspur - auszubauen
- die Anbindungen der NM 2 und NM 19 risikogemindert, das heißt wenn möglich kreuzungsfrei, zumindest mit langen Beschleunigungsspuren, auszugestalten
- den Sand-, Holz- und Agrar-, Schwerlastverkehr in Gänze von der B 299 zu entfernen
- die Anbindung der NM 19 an der Gemeindegrenze von Mühlhausen und Berching mit einem nur 150 Meter langen Verbindungsstück zur Landkreis-Bauschutt-Deponie und zu den genannten Sandgruben einzuplanen.
28.01.08