Christlich Soziale Union
Hackschnitzel statt Biogas
NEUMARKT. Eine Hackschnitzelanlage wird von der CSU-Stadtratsfraktion begrüßt, eine Biogasanlage klar abgelehnt.
Die geplante Energiezentrale war Hauptpunkt der Fraktionssitzung, bei der sich die Mitglieder eindeutig für eine Hackschnitzelanlage, gleichzeitig aber gegen eine Biogasanlage "zum heutigen Zeitpunkt" aussprachen. Hier müsse der weitere technische Reifeprozess abgewartet werden.
Stadtwerke-Direktor Manfred Tylla erläuterte den Stadträten die Funktionsweise eines Hackschnitzelkraftwerkes.
Mit der Waldbauernvereinigung vor Ort wurden bereits Gespräche als potentielle Lieferanten geführt. Interessierten Abnehmer der produzierten Wärme seien die Lammsbrauerei, Burgis, das Klinikum, die Mädchen- und Knabenrealschule, die beiden Gymnasien, Jurafleisch und das Rote Kreuz. Hinzu kämen als potentielle Kunden die Stadthalle, das Fachmarkt- und das Gesundheitszentrum.
Für die Lammsbrauerei und Burgis könnte mit einer 160 Grad Wärme eine Kühlung von -6 Grad Celsius erzeugt werden, was für diese beiden Firmen besonders interessant ist. Lorenz Widmann , Technischer Leiter der Lammsbrauerei, schilderte den CSU-Stadträten das geplante Kraftwerk aus der Sicht eines Unternehmens. Energie sei ein Standortfaktor und für ein ökologisch arbeitendes Unternehmen sei auch die Nachhaltigkeit bei der Energiegewinnung entscheidend. Deshalb begrüße die Lammsbrauerei dieses Projekt und hoffe auf baldige Umsetzung.
Ruth Dorner und Helmut Jawurek begrüßten das Kraftwerk ebenfalls, wenn man es mit Hackschnitzel oder vergleichbarem befeuert. Allerdings wehrten sie sich dagegen, "Weizen zu verbrennen", wie es in Schwandorf zum Teil gemacht werde.
"Solange Menschen auf der Welt verhungern, ist es ethisch nicht vertretbar Lebensmittel als Energielieferanten einzusetzen", so Ruth Dorner.
Für die nächste Senatssitzung werde eine Beschlussvorlage vorbereitet und dann könnte in ein bis anderthalb Jahren das Kraftwerk in Betreib genommen werden, sagte Tylla. Die Investitionskosten beliefen sich auf 25 bis 28 Millionen Euro und wäre nach Berechnungen der Machbarkeitsstudie in zehn bis zwölf Jahren abbezahlt. Fraktionsvorsitzender Ferdinand Ernst brachte hier auch eine Beteiligung der Wärmeabnehmer als Gesellschafter ins Gespräch.
Für die Umsetzung der Biogasanlage dagegen sieht die CSU die Zeit noch nicht reif. Eine Informationsfahrt der Stadtwerke habe gezeigt, dass die Geruchsbelästigung einer solchen Anlage doch enorm sei. Deshalb wolle man die technische Entwicklung solch einer Anlage "weiter verfolgen".
22.10.06
"Einsparpotential prüfen"
NEUMARKT. Die CSU-Stadtratsfraktion will "massive Preiserhöhungen" beim Neumarkt Freibad nicht mittragen.
Das sagte Fraktions-Vorsitzender Ferdinand Ernst im Vorfeld der Fraktionssitzung.
Deshalb wollten die Mitglieder die defizitären Bereiche nochmals genauer durchleuchten, um eventuell andere Einsparungspotentiale auszumachen.
Das Defizit sei seit 2004 durch Verbesserungen wie das neue Kinderplanschbecken, die größere Wasserrutsche, den neuen Spielplatz, die Beckenkopfsanierung und den Neubau von Umkleidekabinen und Duschen angestiegen. Lediglich 19 Prozent der Ausgaben wurden 2005 durch Einnahmen gedeckt, berichtete Werksdirektor Manfred Tylla.
Dr. Heinz Sperber schlug vor, das Einsparpotential zu prüfen, wenn die Temperatur des Erlebnisbeckens um ein Grad Celcius heruntergefahren wird. Als weiteren Vorschlag brachte Thomas Gschneidinger die Solarthermie ins Gespräch, um damit die Duschen mit warmen Wasser zu versorgen.
Thema war auch die Vor- und Nachsaison, in der teilweise zeitgleich zwei Bäder - Hallen und Freibad - in Betrieb seien. Hier wurde ein Gespräch mit dem Landkreis angeregt, um Überschneidungen zu reduzieren und so Geld für die öffentliche Hand einzusparen. Auch die Verlängerung der Öffnungszeit habe sich kaum bewährt.
Im Alpa Mare in Bad Tölz wurden mit einer Abdeckung der Becken über Nacht zur Energieeinsparung sehr gute Erfahrungen gemacht, sagte Ernst. Für das Neumarkter Freibad soll das von der Verwaltung geprüft werden.
Die CSU Fraktion regte außerdem an, die jährlichen "Event"-Veranstaltungen an der Zielgruppe zu orientieren und sie nur zu besonderen Anlässen anzubieten.
22.10.06
Kulturreferent verabschiedet

Stadtrat Dr. Rüdiger Schmiedl (Mitte) wurde von der CSU-Frak-
tion verabschiedet.
NEUMARKT. Die CSU verabschiedete im Rahmen einer Fraktionssitzung ihren Stadtratskollegen und Kulturreferent Dr. Rüdiger Schmiedl und bedankte sich für die 13 jährige vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Man bedauere das Ausscheiden aus dem Stadtrat, respektiere aber, dass Rüdiger Schmiedl aus beruflichen Gründen das Amt als Stadtrat niederlegen will. Als Hobby-Kulturschaffender und Musiker sei er für die CSU der "geborene Kulturreferent" gewesen.
Rüdiger Schmiedl war seinerzeit als Nachrücker für Willi Gebhard in den Stadtrat gekommen. Nun rückt für ihn dessen Sohn, Willi Gebhard jun., in den Stadtrat ein.
22.10.06