Grüne

Gegen Umgehungsstraße

NEUMARKT. In Rohr gibt es bei Bürgern, Umweltschützern und bei den Grünen Widerstand gegen die geplante Umgehungsstraße.

Nicht nur in Neumarkt - für die B299 - wird dieses Jahr die Planfeststellungsphase für eine Straßenbaumaßnahme beginnen. Auch die Großgemeinde Freystadt soll eine Umgehungsstraße erhalten. Seit im Jahr 2015 die Ortsumgehung von Rohr in die erste Dringlichkeitsstufe eingestuft wurde, schreitet die Planung fort. Im Jahr 2016 einigte man sich auf eine Trassenvariante. Die geplante Straße soll eine Länge von etwa Kilometern haben. Zusätzlich entstehen zwei zehn und 15 Meter lange Brückenbauwerken.

In einer Untersuchung in Baden-Württemberg habe der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland bereits vor Jahren festgestellt, dass Ortsumgehungen oftmals nicht den gewünschten Entlastungserfolg bieten, sondern tatsächlich auch einen gegenteiligen Effekt entwickeln können, heißt es von den Grünen. Der Verkehr in Orten mit Umgehungsstraßen habe im Vergleich zu Dörfern und Städten ohne solche Ortsumfahrungen deutlich stärker zugenommen.


Der Flächenverbrauch, die Kosten und der Eingriff in das Naherholungsgebiet „Möninger Berg“ spreche definitiv gegen die Umgehungsstraße, sagte der Grünen-Stadtrat und Freystädter Umweltschutzbeauftragte Gerhard Schmidt. Auch die laut Verkehrszählung rund 3882 Fahrzeuge täglich würden dieses Bauvorhaben nicht rechtfertigen, zumal rund 20 Prozent davon nur Fahrten von und nach Rohr seien.

„Klar muss an der Ortsdurchfahrt in Rohr etwas verändert werden, um den Lärm und den Gestank zu verringern, außerdem muss für deutlich mehr Sicherheit gesorgt werden", sagte Fraktionsvorsitzende Nicole Brock. Aber dazu gäbe es andere Möglichkeiten, wie beispielsweise Flüsterbeton, die Sanierung der Straße, weitere Verkehrsinseln oder andere verkehrsberuhigende Maßnahmen. „So ein Ungetüm wie die geplante Straße“ sei da nicht zielführend.

Die Grünen haben sich inzwischen mit den anderen Gegnern der Ortsumgehung in Verbindung gesetzt, um gemeinsam dagegen vorzugehen und vor allem die Bevölkerung weiter zu informieren, hieß es.
23.02.21

Aschermittwoch online

NEUMARKT. Die Grünen im Landkreis Neumarkt veranstalten mit dem Direktkandidaten für die Bundestagswahl einen politischen Aschermittwoch im Internet.

Die Online-Veranstaltung zusammen mit den Kreisverbänden Amberg und Amberg-Sulzbach beginnt um 20 Uhr ein. Ab 19.30 Uhr ist die Einwahl in das „Webinar“ möglich.


Mit dabei sind der Direktkandidat für die Bundestagswahl für den Wahlkreis 232 Karl-Heinz Herbst und die Vorsitzende des Bezirksverbandes Oberpfalz. Die Bezirksrätin und 3. Bürgermeisterin aus Postbauer-Heng, Gabriele Bayer, wird mit Hans-Jürgen Bumes die Veranstaltung moderieren.

Anmeldungen sind per Email möglich.
17.02.21

Moor wird „heimgesucht“

NEUMARKT. Kritik an geplanter Steganlage: die CSU kann kann nach Ansicht der Grünen „nicht die Finger vom Deusmauerer Moor lassen“.

Mit der Anlage sollen Touristen offenbar „zu jeder Tages- und Nachtzeit und an jedem Tag im Jahr“ dazu eingeladen werden, das Naturschutzgebiet „heimzusuchen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Grünen-Kreisverbandes.

Kreisvorsitzende und Bezirksrätin Gabriele Bayer, selbst eine der Moorführerinnen, befürchtet, daß bei einer Realisierung der Pläne viele von diesen Touristen ohne Rücksicht auf Brutzeiten von seltenen Vögeln und anderen Tieren im Moor „aufschlagen“ werden.


Das Niedermoor habe mit einer geologischen Besonderheit und einer Gesamtfläche von 73 Hektar genug Platz für eine ganz spezielle Fauna und Flora. Es beheimate außergewöhnliche Pflanzensorten, die Relikte aus der Eiszeit sind, und Vogelarten, die bereits als verschwunden galten und nach vielen Jahren der vollkommenen Abwesenheit endlich wieder gesichtet wurden.

Bekannt ist das Deusmauerer Moor für viele Menschen für das alljährliche Moorfest, das nur wegen der Corona-Pandemie im letzten Jahr nicht stattfinden konnte. Organisiert wird das Fest von der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz.

Leider versuche nun die CSU erneut, wie schon vor Jahrzehnten, das Deusmauerer Moor mit einer Steganlage für den Tourismus zu erschließen, so Gabriele Bayer.

Die Grünen warnten auch vor den hohen Kosten: die Steganlage, deren Unterhalt und Pflege werde Unsummen an Geld verschlingen, „von den Kosten der Müllentsorgung ganz zu schweigen“.
01.02.21

Demo mit Abstand


Demonstrationen und Hygienregeln schließlich sich nicht grundsätzlich aus. Das „Aktionsbündnis B299“ bewies es am Volksfestplatz

NEUMARKT. Die Planungen zum dreispurigen Ausbau der B299 sollten ausgesetzt werden, hieß es bei einer großen Demo auf dem Volskfestplatz.

Über 150 Teilnehmer nahmen an der Veranstaltung des neuen „Aktionsbündnisses B299“ teil und hielten dabei alle vorgegebenen Abstandregeln ein.

Man müsse auf Nachhaltigkeit spezialisierte Berater nach Neumarkt holen, hieß es. neumarktonline berichtete bereits kurz über die Demonstration (Meldung hier).

Petra Stiegler und Thomas Ikert von der Bürgerinitiative Woffenbach begrüßten die Gäste und übergaben das Wort zur Eröffnungsrede an Tim Walter, den Vorsitzenden der Grünen in der Oberpfalz. Er bezeichnete das Aktionsbündnis aus den Bürgerinitiativen, den „Eltern und Großeltern for Future“, Grünen, der SPD, der ÖDP, dem Bund Naturschutz und vielen anderen Mitstreitern als „eine gute Sache“.


Peter Lehmeier als Vertreter von „Eltern und Großeltern for Future“, der Staufer Bürgerinitiative und als Verkehrs- und Umweltbeauftragter der Neumarkter SPD hatte sich das Thema Umwelt und Klima ausgesucht. Er wies auf das Klimaabkommen von Paris 2015, ging auf die Klimaziele der Stadt Neumarkt ein und sprach sich für eine vernünftige Lösung statt einer sinnfreien „Beschleunigung als oberste Priorität“ aus. Und dazu müsse man die Planung aussetzen und auf Nachhaltigkeit spezialisierte Berater nach Neumarkt holen. „Sonst wird das hier nichts!“

Bio-Landwirt Bernhard Kopp aus Stauf monierte, dass er seit Jahren wegen der Expansionspolitik der Stadt Grund abgeben müsse. Er brauche jeden Hektar Fläche um sein Konzept umsetzen zu können. Beim Negativ-Beispiel Mühlhausen sei die Landschaft nachhaltig verändert worden, als man 700.000 Kubikmeter Erdreich bewegte. Die Bürger sollten „endlich anfangen sich zu wehren“ und der Oberbürgermeister und Stadtrat „endlich nein zu diesen Planungen sagen“.

Jan Gründer aus Stauf sagte, daß man mit dem Auto heute schon auf der Umgehungsstraße schneller als durch die Stadt vorwärts komme. Warum sollte man diese Straße auch noch ausbauen? Die Straße dürfe keine Alternative zur A3 oder A9 werden und die Bürger in Stauf und Woffenbach müßten vor den Emissionen geschützt werden. Auch er forderte den OB und die Stadträte auf, dieses Thema „endlich zu diskutieren und klar Stellung zu beziehen“.

SPD-Fraktionsvorsitzender Günther Stagat ging auf den Stand der Planungen ein und sagte, die Neumarkter SPD stehe seit Anfang März an der Seite der Bürgerinitiativen. Durch gute Argumentation der Bürgerinitiativen und der SPD habe man es voraussichtlich geschafft, dass die Ausfahrt Stauf nicht umgesetzt werden wird. Gespräche mit den Landwirten in Woffenbach hätten gezeigt, dass keine Überquerung der B299 in der Verlängerung der Flurstraße in Woffenbach notwendig sei. Deshalb soll dort ein Fuß- und Radweg unter der B299 in Betracht gezogen werden. Man werde weiterhin mit allen Mitstreitern versuchen, eine gute Lösung zu finden.

In Woffenbach und Stauf entstehen in der Nähe der Umgehungsstraße in den nächsten beiden Jahren Wohngebiete mit über 100 Wohneinheiten. Die Bürger, die sich dort ihren Lebenstraum erfüllen, hätten es verdient, am Wochenende nicht durch Lärm belästigt zu werden.

Ludwig Härteis von der ÖDP sagte, Neumarkt solle endlich beweisen, wie nachhaltig es ist, und Stellung beziehen. Die Landwirtschaft leide unter der Flächenversiegelung.


Auch mit Transparenten verliehen die Demonstranten ihrer Meinung Ausdruck

13.12.20


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