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Leserbriefe
Hindernis im Stadtpark
Erinnern Sie sich noch an die Planungen, Diskussionen und Aufregungen rund um den Neumarkter Stadtpark? Waren Sie schon mal dort seit der Fertigstellung? Wir erst am letzten Sonntag im September, fast eineinhalb Jahre nach der Wiedereröffnung.
Wir wollten einfach mal mit der Schwiegermutter dorthin, damit sie sich den neu gestalteten Stadtpark anschauen kann. Mal wieder raus aus ihrem Seniorenheim, rein in die Innenstadt. Bei herrlich einladender Spätsommer-Stimmung, blauem Himmel und bunten Laubblättern.
Im Stadtpark angekommen, haben wir uns etwas gewundert. Was davon ist jetzt neu, was an der Bepflanzung? Okay, im unteren Bereich zwischen Museum und Restaurant gab es mehrere gelb blühende Stauden-Sonnenblumen. Aber sonst fiel unseren neugierigen Blicken nichts auf, das wir nicht schon vor der Umgestaltung gesehen hätten.
Ja, auf der anderen Seite im unteren Bereich des Parks, dort wurde das ehemalige Hotel-Wunder-Areal sehr schön ausgebaut. Eine Attraktion für Familien mit Kindern. Es ist schon schön zu sehen, wie gut der Spielplatz-, Sitz- und Bachbereich von so vielen Erwachsenen und Kindern angenommen wird.
Aber sollten Sie einmal auf die Idee kommen, den oberen Parkbereich mit einem älteren Angehörigen, der im Rollstuhl sitzt, von der Museums-Seite her anzufahren, kann ich davon nur abraten. Tun Sie es nicht! Vor allem nicht, wenn Sie selbst betagt sind. Oder gar sich alleine mit Rollstuhl oder Rollator auf den Weg machen. Warum?
Der Aufwand lohnt sich nicht. Es gibt oben nichts wirklich Neues. Außer vielleicht die vielen XXL‑Holzliegen. Aber die möchten ja vermutlich weder Sie noch Ihr im Rollstuhl sitzender Begleiter nutzen. Gut, da wäre im hinteren Bereich im Eck, gegenüber dem Treppenabgang, noch ein grau-grün gestrichenes Stahlgerippe. Offensichtlich der Ansatz einer Pergola. Ohne Bepflanzung, ohne Sitzgelegenheit. Jetzt, eineinhalb Jahre nach Wiedereröffnung. Vielleicht eine späte Realisierung einer noch nicht ganz ausgereiften Planungsidee? Zumindest sah man heute das goldgelbe Laub eines Baumes, vor strahlend blauem Himmel, als Augenweide darüber ragen.
Wenn Sie dennoch den Weg dorthin genommen haben sollten, und sich dem Abgang zuwenden, kann es Ihnen passieren, dass Sie weitere Zweifel an der Neugestaltung des Stadtparks überfallen. Dann nämlich, wenn Ihr Rollstuhl-Begleiter Sie fragt, wie man denn jetzt nach unten gelangen könne.
Gemeint sind die weit ausladenden, vielen Steintreppen, die den oberen mit dem unteren Parkbereich verbinden. Wer um Himmels willen hat sich das denn einfallen lassen? Jetzt, in einer Zeit, da überall von Barrierefreiheit und Inklusion die Rede ist. Selbst für Internetseiten von Behörden existieren Richtlinien zur Realisierung eines barrierefreien Zugangs.
Im Neumarkter Stadtpark jedenfalls sollten ältere Mitbürger, die auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, diese Treppen-Barriere einkalkulieren. Es gibt natürlich die Lösung, entweder den ganzen Weg zurück zum anderen Ende des oberen Bereichs oder den steilen rückwärtigen Abgang zur Mühlstraße zu nehmen. Aber hätten Sie erwartet, dass bei diesen vielen Diskussionen und langjährigen Planungen rund um den Stadtpark gerade Bedürfnisse älterer Bürger mit Rollstuhl und Rollator vergessen werden?
Wir trafen dort zufälligerweise ein älteres Ehepaar. Langjährig in Neumarkt ansässig, der Mann ebenfalls im Rollstuhl. Im Gespräch beklagte sich die Frau über die vielen Barrieren für Rollstuhlfahrer im Neumarkter Stadtgebiet, die sie tagtäglich nehmen müssten.
Auf unserem Rückweg zum Seniorenheim überquerten wir den Zebrastreifen über die Weiherstraße zum Geschwister-Scholl-Weg. Prompt verhakten sich die Vorderreifen unseres Rollstuhls im unebenen Pflastersteinstreifen zwischen Gehweg und Fahrbahn.
Es wäre zu wünschen, dass Stadt-, Straßen- und Landschaftsplaner dem Barriere-Thema für Rollstuhlfahrer und Rollator-Nutzer in Neumarkt deutlich größere Aufmerksamkeit schenkten. Meinen ganz persönlichen Wunsch, den Stadtpark einmal mit einer variantenreicheren, attraktiveren Bepflanzung zu erleben, würde ich dafür sogar erst einmal hinten anstellen.
Marian Mihelic, Neumarkt, 28.9.2026