Roth. Im Fall der Tötung eines 56jährigen Mann aus dem Raum Bamberg in Roth (wir berichteten mehrfach) hat die SOKO „Rednitz“ in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth eine 33jährige Frau und einen 34jährigen Mann als dringend tatverdächtig festgenommen.
Die unbekleidete männliche Leiche war am Mittwoch letzter Woche gegen 15.30 Uhr von einer Frau während eines Spaziergangs zwischen Westring und Rednitz unterhalb des Westrings in einer Böschung entdeckt worden. Wegen der Auffindesituation und des Zustands übernahmen die Mordkommission und die Spurensicherung der Kriminalpolizei Schwabach zeitnah die Ermittlungen vor Ort und sperrten den Auffindeort großräumig ab. Für die weiteren intensiven Ermittlungen wurde bei der Kripo Schwabach eine 20köpfige SOKO „Rednitz“ gegründet.
Ein Polizeihubschrauber der Bereitschaftspolizei unterstützte am nächsten Tag die Tatortarbeit mit Luftbildern. Zudem wurde ein 3D-Laser-Scanner des Landeskriminalamtes zur Tatortvermessung eingesetzt. Mit Personensuchhunden erfolgte eine Absuche des Geländes. Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Eichstätt durchkämmten den erweiterten Bereich rund um den Fundort der Leiche mit Stöberstöcken nach Beweismitteln und Spuren.
Mit Pressemeldungen wurde nach Hinweisen zur Herkunft des Koffers, der unmittelbar neben dem Toten lag, und nach Zeugen, die Hinweise zur Identität des Getöteten geben können, gefahndet. Ein Abgleich mit den aktuellen Vermisstenfällen verlief ebenso negativ wie der Abgleich mit der Fingerabdruckdatei.
Eine Obduktion ergab, dass der Tote Zeichen schwerster körperlicher Misshandlung aufwies, die offensichtlich zum Tod führten.
Die kriminaltechnische Untersuchung des sichergestellten Koffers ergab zwischenzeitlich, dass der Getötete mit großer Wahrscheinlichkeit in dem Koffer an den Fundort transportiert worden war.
Nach einem Zeugenhinweis am Sonntag wurde bekannt, dass eine 33jährige Frau aus Nürnberg möglicherweise nähere Hinweise auf die Identität des Opfers geben kann. Eine sofortige Überprüfung der Frau und ihrer Wohnung in Nürnberg-Schoppershof bestätigte dies und führte zu einem dringenden Tatverdacht gegen die Frau und einen 34jährigen Bekannten, der ebenfalls noch am Sonntag mit Spezialeinsatzkräften festgenommen werden konnte.
Beide räumen in ihren Vernehmungen ein, bei der Beseitigung des Leichnams mitgewirkt zu haben, bestreiten aber, den 56jährigen Mann getötet zu haben. Nach bisherigem Ergebnis der kriminalpolizeilichen Ermittlungen wurde der Getötete in dem aufgefundenen Koffer und mit einem gemieteten schwarzen Seat-Ibiza mit Hamburger Kennzeichen an den Fundort transportiert.
Die Wohnung der 33jährigen Tatverdächtigen wurde beschlagnahmt und wird in den nächsten Tagen weiter intensiv auf Spuren untersucht, da mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass der Mann dort zu Tode kam.
Der Ermittlungsrichter des AG Nürnberg hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Haftbefehl wegen Verdacht auf Totschlag erlassen. Das Pärchen sitzt seit Montag in Untersuchungshaft.
Bislang sind bei der Kriminalpolizei Schwabach rund 30 Hinweise eingegangen, denen die Sonderkommission „Rednitz“ nun nachgeht.
Insbesondere werden Zeugen gesucht, die von Dienstag, 21.15 Uhr, bis Mittwoch, 5.20 Uhr, eine Frau und einen Mann mit einem großen Koffer oder einen schwarzen Marke Seat Ibiza mit Hamburger Kennzeichen im Bereich der Schoppershofstraße in Nürnberg oder im Bereich des Auffindeortes in Rothgesehen haben.
Das Hinweistelefon unter Nummer 0911/2112-3333 ist rund um die Uhr erreichbar.