Staat zahlt 80 Pozent

NEUMARKT. Die Gemeinde Deining will durch schnelles Handeln die einmalig hohe Kostenbeteiligung des Freistaats Bayern in Höhe von 80 Prozent - an Stelle der üblichen 50 Prozent - für den Bau eines Radweges an der Staatsstraße 2220 von Deining über Siegenhofen bis zur Abzweigung der Verbindungsstraße nach Mantlach und Harenzhofen in Höhe der Trocknungsanlage sichern.

Der Gemeinderat entschied sich deshalb mehrheitlich für die Weiterführung der wegen der besonderen Eilbedürftigkeit bereits in die Wege geleiteten Vorbereitungsarbeiten und er beauftragte das Büro Petter mit der Fortführung der Planung und Ausschreibung sowie den Landschaftsplaner Kölbl mit der Ausarbeitung der Naturschutzausgleichsregelung.

Die Funktion des geplanten Weges sei zum einen in der sicheren Anbindung der Ortsteile Siegenhofen und Unterbuchfeld gegeben. Wegen der relativ kurzen Entfernungen zwischen Siegenhofen und Deining einerseits und Siegenhofen und Unterbuchfeld andererseits, werde die Strecke bereits jetzt von Fahrradfahrern und Fußgängern rege genutzt, was sich nach Fertigstellung des Radweges noch deutlich verstärken soll.

Der Weg wird aber auch eine Vielzahl von mittleren Strecken rund um Deining eröffnen, hieß es. So zum Beispiel eine Kurzstrecke von Deining über Siegenhofen, Unterbuchfeld und zurück nach Deining, eine mittlere Strecke über die Verbindungsstraße nach Waltershof und Mittersthal und zum Radweg im Tal der Weißen Laber bei der Straußmühle oder eine längere Strecke über den Staatswald (Zieger) zur Kreuzung der Kreisstraße NM 22 mit der B 8 bei Kleinalfalterbach und einer Anbindung an das für 2010 geplante Radwegnetz entlang der Kreisstraße NM 22 in den südöstlichen Gemeinde- und Landkreisbereich.

Außerdem wird der Radweg letztlich auch für eine sichere überörtliche Verbindung der Täler der Weißen und Schwarzen Laber sorgen. So kann vom Endpunkt bei der Trocknungsanlage sowohl über die Gemeindestraßen nach Mantlach und weiter nach Finsterweiling wie auch über Harenzhofen und weiter nach Lengenfeld das Tal der Schwarzen Laber erreicht werden. Weitere Perspektiven eröffne die Anbindung an das geplante - in Teilen bereits fertiggestellte – Radwegenetz entlang der Schwarzen Laber bis Regensburg.

Die Kosten für die knapp 4,7 Kilometer lange Strecke sind auf rund 700.000 Euro geschätzt. Von den nach Abzug der angestrebten Beteiligung des Freistaats von 560.000 Euro verbleiben rund 140.000 Euro, wovon Deining rund 125.000 Euro und die Stadt Velburg rund 15.000 Euro aufbringen muss. Die Stadt Velburg wird sich zwar an der Maßnahme beteiligen, jedoch nur mit der Hälfte der auf ihren Streckenabschnitt entfallenden Kosten, da das deutlich überwiegende Interesse an der Maßnahme bei Deining liege, hieß es.

Wegen der verringerten Beteiligung der Stadt Velburg gab es auch Kritik an dem Projekt. Dennoch gab der Gemeinderat grünes Licht für die weiteren Maßnahmen zur Sicherung der einmalig hohen staatlichen Beteiligung.

Mit dieser Entscheidung besteht nun die reelle Chance, die Verkehrssicherheit an diesem Abschnitt der Staatsstraße 2220 zu erhöhen und für alle Naherholungssuchenden ein deutlich verbessertes Freizeit- und Erholungsangebot zu schaffen. Dass diese Verbesserung der Infrastruktur nicht zuletzt auch den touristischen Ansatz im ländliche strukturierten Bereich verstärken würde, liege auf der Hand.

Maschine kanns besser

Der Gemeinderat genehmigte die Verbesserung der Kläranlage durch den Einbau eines automatisierten Überschussschlammabzugs zum Preis von 25.000 Euro. Man will damit Personal- und Energiekosten sparen. Bislang erfolgt der Schlammabzug manuell einmal täglich. Dies verursache Personalaufwand und das hohe Schlammaufkommen im Belebungsbecken führe wegen der vermehrten Sauerstoffzufuhr zu vermehrten Energiekosten. Die künftig automatisierten Abläufe ermöglichten Einsparungen in diesen Bereichen, hieß es.

Pumpen werden ausgetauscht

Mit dem Austausch der in die Jahre gekommenen Pumpen und Armaturen in der Pumpstation Deining-Bahnhof zum Preis von 12.718 Euro beschloss der Gemeinderat eine weitere Investition in die Abwasserbeseitigung. Die Anlagenteile seien abgenutzt und Ersatzteile nicht mehr auf dem Markt. Die Abnutzung der Pumpenräder führe vermehrt zu Störungen des Betriebs in Form von Verstopfungen und damit zu höherem Personalaufwand. Mit dieser Entscheidung werde die langfristige Sicherung der geordneten Abwasserbeseitigung für die über das Pumpwerk erschlossenen Ortsteile Döllwang, Hacklsberg und Deining-Bahnhof in die Wege geleitet, hieß es.

Keine Einwände gegen Windräder

Die Gemeinde Sengenthal will mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes und dem Erlass von Bebauungsplänen zwei weitere Sondergebiete zur Errichtung von Windkraftanlagen an der Gemeindegrenze zu Deining bei Winnberg ausweisen und die in der Nähe von Winnberg bereits bestehenden beiden Anlagen in den Geltungsbereich eines Bebauungsplanes übernehmen. Ziele dieser Änderung sind zum einen die abschließende bauleitplanerische Regelung der Windkraftnutzung im Gemeindegebiet und zum anderen soll der Firma Bögl die Möglichkeit gegeben werden, die selbst entwickelten Hybridmasten vor Ort zu zertifizieren. Der Standort der neu geplanten Anlagen liegt etwa 1,5 Kilometer nordwestlich vom Ortsrand Tauernfeld und etwa 1,5 Kilometer in Richtung Westsüdwest vom Ortsrand Leutenbach entfernt.

Windkraftanlagen dürfen nach dem Baurecht im Außenbereich errichtet werden. Nur bei schwerwiegenden Beeinträchtigungen der Belange der Bevölkerung, zum Beispiel durch Lärm, Schattenwurf oder bei Schädigung eines besonders wertvollen Landschafts- oder Ortsbildes ist eine Genehmigung zu versagen.

Nachdem bei einem Abstand von 1,5 Kilometer Belange der Bevölkerung nicht tangiert sind und auch keine Anhaltspunkte für eine besondere Schädigung des Orts- und Landschaftsbildes vorliegen, stimmte der Deininger Gemeinderat den Planungen der Nachbargemeinde zu.

Vier neue Wohnbauvorhaben

Der Gemeinderat konnte das gemeindlichen Einvernehmen zu vier neuen Wohnbauplänen und einer Erweiterung eines Wohngebäudes erteilen und damit eine erfreuliche Zunahme der Neubauvorhaben feststellen.
24.02.10
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