Retter mit feiner Nase


Rettungshündin "Nina" wird für die Klettereinsätze auf Herrchens Rücken geschnallt.
Fotos: Susanne Weigl

OB Thomas Thumann und Sohn Marcel beobachten die nächt-
liche Arbeit von Rettungshund "Lukas" und seinen menschlichen
Helfern.


Manöverkitik nach der geglückten Übung.
NEUMARKT. Schweres nächtliches Unglück beim "Brunnenhäusl": Ein vollbesetzter Reisebus geriet wegen überhöhter Geschwindigkeit ins Schleudern und landete im Graben. Unter den Fahrgästen brach eine Panik aus: 19 von ihnen flohen in den nahegelegenen Wald und galten selbst Stunden nach dem Zwischenfall noch als vermisst.

Das schreckliche Szenario spielte sich glücklicherweise nicht in der Wirklichkeit ab, sondern galt als Übungsannahme für das "2. Mondscheinseminar der Rettungshundestaffel Ostbayern" am Wochenende in Neumarkt. Höhepunkt war in Zusammenwirken mit der Neumarkter Feuerwehr die nächtliche Einsatzübung mit der "Flächensuche", die sich bis nach Pelchenhofen erstreckte.

Zuvor zeigten die 26 Rettungshundeführer, die aus ganz Deutschland nach Neumarkt gekommen waren, was ihre gelehrigen Vierbeiner zu leisten vermögen. Oberbürgermeister Thomas Thumann überzeugte sich am "Krähentisch" auf dem Wolfstein von der Unerschrockenheit von "Lukas" , "Nina" und wie die treuen Freunde alle hießen. Mutig ließen sie sich mit ihren Herrchen und Frauchen am Fels abseilen.

Der zweite Teil der Übung konzentrierte sich auf die Suche nach den "Vermissten" des fingierten Busunglücks. Sieben Teams mit je einem Hundeführer, einem Helfer und einem unangeleinten Vierbeiner durchsuchten bis in die frühen Morgenstunden des Sonntag ihnen unbekanntes Gelände, in dem sie versteckt gehaltene Feuerwehrleute und Bergwachtangehörige aufspürten.

"Ein Rettungshund bringt die gleiche Leistung wie einhundert bis zweihundert suchende Menschen", erklärte Ausbilderin Karin Manner von der Rettungsstaffel Ostbayern. Ehe die Hunde zum Einsatz kommen, müssen sie eine zwei- bis dreijährige Ausbildung über sich ergehen lassen.

Die Ehrenamtlichen der Rettungsstaffeln engagieren sich darüber hinaus meist noch in anderen Hilfsorganisationen, beispielsweise beim Roten Kreuz, den Maltesern oder dem Arbeiter-Samariterbund. Ihr spektakulärster Einsatz in jüngster Vergangenheit - leider keine Übung, sondern schreckliche Realität - war der Zusammenstoß zweier Flugzeuge am Bodensee, bei dem hauptsächlich russische Ferienkinder die tragischen Opfer waren.
Susanne Weigl
20.05.07
neumarktonline: Retter mit feiner Nase
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