"Keine Inseln"
NEUMARKT. Unterm Strich könne man auf ein Jahr zurückblicken, mit dem die Bürger in der Stadt und im Landkreis Neumarkt zufrieden sein können, heißt es in den Weihnachtsgrüßen, mit denen sich Oberbürgermeister Thomas Thumann und Landrat Albert Löhner an die Leser von
neumarktonline wenden.
von Oberbürgermeister Thomas Thumann
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
liebe Neumarkterinnen und Neumarkter!
"Ist denn schon wieder Weihnachten?"

Vor genau einem Jahr: Hela Buchner vereidigt den neuen Ober-
bürgermeister Thomas Thumann (
Bericht hier).
Foto:Archiv
So lautete vor einigen Jahren ein Werbespruch. Und tatsächlich könnte man
sich dieser Frage durchaus anschließen. Wie im Fluge scheint wieder ein
Jahr vorbei zu sein, eilen wir mit mehr oder weniger Hektik auf das
Weihnachtsfest zu.
Dabei sollen wir uns alle doch eher auf die weihnachtlichen Festtage, auf
einige geruhsame und besinnliche Stunden mit dem festlich geschmückten
Christbaum, der Weihnachtskrippe, den Geschenken und der Begegnung mit den
Familien freuen.
Viele Dichter haben den besonderen Zauber von Weihnachten beschrieben, und
immer hatten ihre Gedichte und ihre Geschichten mit dem Glanz und der
Freude des Weihnachtsfestes zu tun.
Vor allem die Freude stellt für mich den Kern des Weihnachtsfestes dar.
Freude haben und Freude schenken - dies sind für mich die wichtigsten
Zutaten des Weihnachtsfestes. Wobei Freude schenken sicherlich das
Schönere dabei sein dürfte, und dabei meine ich nicht nur Geschenke im
materiellen Sinn. Denn man kann den Mitmenschen etwas schenken, von dem
wir das Jahr über gerne und oft vorgeben, dass wir es gar nicht oder kaum
haben: nämlich Zeit.
Deshalb sollten wir uns in den nächsten Tagen in den Familien Zeit nehmen
füreinander, gemeinsam ein wenig Ruhe und Besinnung finden.
Bürgermeister, Stadtrat und Stadtverwaltung werden die Festtage ebenfalls
dazu nutzen, ein wenig inne zu halten und Kraft zu schöpfen für die
kommenden Aufgaben im Jahr 2007. Denn auch da erwarten uns wieder viele
und vielfältige Herausforderungen. Wenn man bedenkt, dass wir in einer
Situation stehen, wie selten in der Stadtgeschichte mit so vielen und
verschiedenen Großprojekten, die gleichzeitig in der Planung bzw. im Bau
sind, so wird die Dimension der vor uns liegenden Arbeit deutlich.
Aber nicht nur mit diesen Maßnahmen, sondern mit vielen anderen werden wir
auch im kommenden Jahr wieder dem herausragenden Markenzeichen der
Neumarkter Stadtpolitik gerecht: eine hohe, weit überdurchschnittliche
Investitionsquote. Damit zeigen wir, dass wir nicht nur das Bestehende
verwalten, sondern unsere Stadt durch überlegte Investitionen voranbringen
und attraktiver gestalten wollen.
Da ist es gut, dass - wie schon in den vergangenen Jahrzehnten - unsere
Haushaltspolitik auch 2007 gut finanziert und solide aufgestellt ist.
Trotz der komfortablen Situation werden wir weiterhin eine
Haushaltspolitik mit Augenmaß betreiben und die Aufgaben genau nach
Wirtschaftlichkeit und Notwendigkeit überdenken, so wie sie es, liebe
Bürgerinnen und Bürger, seit Jahren und Jahrzehnten von der Stadt gewohnt
sind.
Dabei wollen wir uns als Stadt Neumarkt nicht als alleinige Insel der
Glückseligen betrachten. Wir wollen über unseren Tellerrand hinausschauen
und eine nach vorne gerichtete Stadtpolitik in dem Sinne betreiben, dass
wir zusammen mit unseren Nachbargemeinden in der Region in einem guten
Dialog und Austausch stehen.
In unseren Überlegungen wollen wir auch die Schwächeren in unserer
Gesellschaft nicht vergessen und uns mit ihren Problemen beschäftigen.
Dabei können wir sicherlich nicht die sozialen Probleme in der
Bundesrepublik lösen und auch nicht die Härten aus Bundesgesetzen mildern.
Aber wir können in unserem bescheidenen Umfange doch versuchen, auf
Familien mit Kindern, alte Menschen, Arbeitslose oder Kranke zuzugehen und
ihnen vor allen Dingen eines entgegen zu bringen: Respekt und Achtung.
Arbeitslosigkeit, soziale Lage oder Krankheit sollten in unserer
Gesellschaft nicht dazu führen, dass wir die Betroffenen ausgrenzen oder
gar verachten.
In diesem Sinne wollen wir, die Bürgermeister, der Stadtrat und die
Stadtverwaltung auch in Zukunft unsere Arbeit mit offenen Augen und mit
gutem Augenmaß angehen. Wir werden im nächsten Jahr wieder mit viel
Hingabe und großem Einsatz dafür sorgen, dass unsere Stadt den schon lange
eingeschlagenen Weg einer positiven und guten Entwicklung weiter geht.
Dabei werden wir stets beherzigen müssen, dass wir es sicher nicht jedem
recht machen können und dass Wunschdenken nicht der Maßstab unserer
Stadtpolitik sein kann und darf. Denn wir als Stadtrat und Verwaltung
müssen immer das Ganze im Auge behalten. Die Vergangenheit hat gezeigt,
dass wir mit dieser Einstellung zur Zufriedenheit unserer Bürger
gearbeitet und unsere Stadt gut gestaltet haben. Dies macht uns
zuversichtlich auch für das kommende Jahr.
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich erholsame Feiertage, ein
gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest sowie ein gesundes und in jeder
Hinsicht glückliches Jahr 2007.
Ihr
Thomas Thumann
Oberbürgermeister
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
mit dem Jahr 2006 geht nun ein Jahr zu Ende, das sehr stark von den Reformbemühungen der Großen Koalition geprägt war. Viele Vorhaben wie die geplante Gesundheitsreform betreffen auch Einrichtungen unseres Landkreises. Die allgemeine Tendenz geht dabei in Richtung Aufgaben- und Kostenverlagerung auf die Kommunen.

Landrat Löhner bei der Begrüßung von Glücksbringern.
Die Bedeutung und die Aufgaben auf kommunaler Ebene nehmen zu und damit verbunden auch die Schwierigkeiten und Herausforderungen. Darauf gilt es sich einzustellen und durch die Entwicklung eigener Konzepte auch vorzubereiten. Deshalb haben wir auf Ebene des Landkreises in den vergangenen Jahren viel Energie und Kraft eingesetzt, eine positive Regionalentwicklung voranzutreiben. Dazu bedarf es Optimismus und Tatkraft. Diese Tatkraft haben wir im zu Ende gehenden Jahr eindrucksvoll unter Beweis stellen können. Die nun bereits mehr als zehnjährige Investitionsoffensive des Landkreises zeigt Wirkung und trägt Früchte. Und zwar in Bereichen, die für eine gute Kreisentwicklung eine wesentliche Voraussetzung bilden.
Besonders hervorheben möchte ich die sehr zügig verlaufenden Sanierungsmaßnahmen am Klinikum. Wir sind sehr froh und stolz, dass gerade hier am Klinikum bereits seit Jahren und auch noch in den nächsten Jahren die höchsten Investitionen des Landkreises getätigt werden. Froh, weil dieses Klinikum die wichtigste und bedeutendste Einrichtung unseres Landkreises darstellt und jetzt dieser Bedeutung entsprechend auf einen angemessenen modernen äußeren Standard gebracht werden kann. Heuer konnten bereits die Maßnahmen des 5. und letzten Bauabschnittes begonnen werden.
So können wir nun die Sanierung unseres Klinikums "nahtlos" fortsetzen und in den nächsten Jahren auch endlich abschließen. Nach Abschluss dieser umfangreichen Baumaßnahmen werden wir über ein in allen Belangen wettbewerbsfähiges und damit zukunftsfähiges Haus verfügen. Einen großen Anteil daran hat auch die erfolgreiche Ausweitung und Ergänzung des medizinischen Versorgungsangebotes.
Wir investieren neben dem Gesundheitssektor als Zukunftsbranche des 21. Jahrhunderts vor allem in Bildung und Ausbildung. Ein Großteil der Investitionsausgaben fließt in Schulbaumaßnahmen. Neben der Fertigstellung des Baus einer neuen Turnhalle für die Edith-Stein-Realschule in Parsberg beschäftigten uns dieses Jahr v.a. die geplanten Bauten zur Verbesserung der Mittagsbetreuung in unseren Gymnasien. Nach langen Verhandlungen zur Finanzierung konnten wir nun im Frühjahr 2006 mit den Bauarbeiten beginnen. Bis Jahresende sollen die Baumaßnahmen im Wesentlichen abgeschlossen werden.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wir nehmen unser Ziel und unseren Auftrag eines wirtschaftlich, sparsam und effektiv arbeitenden Dienstleistungszentrums Landratsamt sehr ernst. Die konsumtiven Ausgaben steigen trotz wachsender Aufgaben nicht an. Diesen Weg - mehr Service bei gleichzeitig niedrigen Kosten - wollen wir auch 2007 konsequent weitergehen. Das hilft uns, unsere solide finanzielle Grundlage bei gleichzeitig sehr niedriger Kreisumlage zu erhalten.
Meine geehrten Damen und Herren,
wir betreiben mit unserem Regionalkonzept auch Zukunftspolitik wie kaum ein anderer Landkreis. Dabei gibt es nun auch viele unbestreitbare Fortschritte zu verzeichnen. Mit sehr geringem eigenen Mitteleinsatz haben wir bereits viele konkrete Projekte im Bereich Wirtschaftsförderung, Vermarktung, Tourismus, Energie und Umweltbildung erfolgreich auf den Weg gebracht.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
wir wollen und werden gemeinsam und ganz bewusst auf die Zukunft setzen. Wir wollen und werden uns optimistisch den kommenden Herausforderungen stellen. Wir wollen mit Mut und Tatkraft unseren Beitrag dazu leisten, dass es wieder aufwärts geht. Das haben im zu Ende gehenden Jahr viele Bürgerinnen und Bürger in unserem Landkreis getan.
Deshalb möchte ich am Jahresende allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern danken, die sich 2006 für den Dienst am Nächsten engagiert haben, insbesondere den Bediensteten der Krankenhäuser und der Alten- und Pflegeheime sowie den Angehörigen aller sozialen Organisationen. Danken möchte ich auch unseren Mandatsträgern, die durch ihre Arbeit mitgeholfen haben, die Lebensverhältnisse im Landkreis weiter zu verbessern. Dank sagen darf ich auch allen, die sich im vergangenen Jahr ehren- und hauptamtlich um das Gemeinwohl bemüht haben, den Bürgermeistern, den Beschäftigten in den Verwaltungen und sonstigen öffentlichen Einrichtungen und natürlich den Bediensteten des Landkreises. Ganz besonders danke ich auch allen Bürgerinnen und Bürgern für das entgegengebrachte Vertrauen und die erwiesene Unterstützung.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
für das kommende Weihnachtsfest wünsche ich Ihnen ruhige und besinnliche Tage. Genießen Sie die freien Tage gemeinsam mit Ihrer Familie und Ihren Freunden, entspannen Sie sich, und schöpfen Sie wieder Kraft, damit wir gemeinsam das nächste Jahr erfolgreich angehen können. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gesegnete Weihnachten und ein gutes, erfülltes und glückliches neues Jahr.
Ihr
Albert Löhner
Landrat
23.12.06
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