Drei Verdächtige

NEUMARKT. Zwei Männer und eine damals in Neumarkt wohnende Frau sollen für den Tod von Kerstin Langley verantwortlich sein. Ein 66jähriger Verdächtiger sitzt in U-Haft, der zweite Mann ist bereits 2024 verstorben und die 56jährige Frau hatte durch ihr Geständnis entscheidend zur Klärung des „Cold Case“ beigetragen.

Die 56jährige Frau soll damals versucht haben, Kerstin Langley zu erwürgen. Als ihr dies nicht gelang, habe der 66jährige Mann - ihr Mitbewohner - das Tat vollendet. Der andere bereits verstorbene Mann soll an der Tötung nicht direkt beteiligt gewesen sein. Bei ihm handelte es sich um den Ex-Ehemann der damals in Neumarkt wohnenden 56jährigen Frau und den Lebensgefährten von Kerstin Langley.

neumarktonline berichtete bereits aus der laufenden Pressekonfernz in einer Eil-Meldung.

Der 66jährige Tatverdächtige wurde erst am Montag von Spezialeinheiten der Polizei in seiner Wohnung verhaftet. Die 56jährige Frau war bereits einige Tage zuvor festgenommen worden, wird aber inzwischen als „Kronzeugin“ geführt und kann durch ihr umfangreiches Geständnis mit erheblicher Strafmilderung oder sogar Straffreiheit rechnen. Deshalb wurde sie wieder auf freien Fuß gesetzt. Zu dem Motiv für den mutmaßlichen Totschlag äußerten sich Kripo und Staatsanwaltschaft bei der Pressekonferenz nicht. Offenbar hatte jeder der drei Tatverdächtigen aus unterschiedlichen Gründen Ärger mit dem Opfer gehabt.

Der festgenommene 66jährige Mann schweigt bisher zu allen Vorwürfen.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz informierten am Montag die Staatsanwaltschaft Regensburg und die Kriminalpolizei über den Ermittlungsstand des langjährigen Vermisstenfalls. Die DNA-Untersuchungen ergaben, dass die bei Grabungsarbeiten in Kadenzhofen aufgefundenen menschlichen Knochenfragmente mit hoher Wahrscheinlichkeit von Kerstin Lee Langley stammen, hieß es.

Bei der Pressekonferenz erläuterten Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher und Leitender Kriminaldirektor Robert Fuchs die Hintergründe des langjährigen Vermisstenfalls, die entscheidenden neuen Erkenntnisse und den aktuellen Stand der Ermittlungen.


Kerstin Lee Langley aus Regensburg war im Juli 2007 als vermisst gemeldet worden. In den vergangenen 19 Jahren wurden die Ermittlungen mehrfach wieder aufgenommen, zuletzt im Jahr 2026. Einen wesentlichen Fortschritt brachte die Vernehmung einer 2012 in Neumarkt lebenden 56jährigen Frau im August bei der Polizeiinspektion Nittendorf. Die Frau, die selbst im Verdacht steht, an der Tat beteiligt gewesen zu sein, machte umfangreiche Angaben zum mutmaßlichen Tatgeschehen. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand besteht der Verdacht, dass Kerstin Lee Langley im Jahr 2007 von insgesamt drei Personen getötet wurde.

Nach den Angaben der 56jährigen Neumarkterin soll sich die Tat in einer Wohnung in Regensburg ereignet haben. Anschließend sei der Leichnam vergraben worden. Als mögliche Ablageorte nannte die Frau unter anderem ein Gebiet bei Kadenzhofen im Landkreis Neumarkt sowie einen Bereich in Sulzbach-Rosenberg.

Deshalb fanden am 9. Oktober Grabungsarbeiten auf einer Wald- und Wiesenfläche in Kadenzhofen statt. Dabei bargen die Einsatzkräfte sechs menschliche Knochenfragmente. Die anschließenden DNA-Untersuchungen bestätigten, dass die aufgefundenen Überreste mit hoher Wahrscheinlichkeit von Kerstin Lee Langley stammen. Wenige Tage später führten die Ermittler auch in Sulzbach-Rosenberg Sondierungsarbeiten durch, um den weiteren Hinweisen nachzugehen.
19.10.26
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