Minister auf der Teststrecke


Top-Entscheidungsträger fuhren am Sonntag in der Magnetschwebebahn in Sengenthal mit
Fotos: StMB
NEUMARKT. Jede Menge Verkehrsminister fuhren am Samstag in der Magnetschwebebahn auf der Teststrecke der Sengenthaler Firma Bögl mit.

Und dabei gab es viel Lob: diese Verkehrsmittel würden für ihn „zur Mobilität der Zukunft“ zählen, sagte zum Beispiel Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter.

Das ging in Sengenthal runter wie Öl - vor allem nach der Absage aus Nürnberg (wir berichteten).

Bernreiter hatte seine Kollegen aus der Verkehrsministerkonferenz in die Oberpfalz eingeladen, um das Projekt „Transport System Bögl“ bundesweit zu präsentieren.

Im Koalitionsvertrag des Bundes ist sie als innovativer Ansatz im öffentlichen Personennahverkehr genannt und auch bei der Verkehrsministerkonferenz Ende März in Lindau war sie Thema: die Magnetschwebebahn. Sie könnte bald ein weiterer Baustein nachhaltiger und kostengünstiger Mobilität in Bayern und Deutschland sein. Im öffentlichen Verkehr ist bislang keine Magnetschwebebahn im Einsatz, aber auf der Teststrecke in Sengenthal kann man die Technologie im von der Firmengruppe Max Bögl entwickelten „Transport System Bögl“ bereits sehen und auch erleben.

Bernreiter zeigte sich nach der Fahrt mit dem TSB begeistert: „Das System ist leise, effizient und emissionsfrei“. Er könne sich eine Magnetschwebebahn im Nahverkehr in Bayern sehr gut vorstellen.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann war ebenfalls in die Oberpfalz gekommen: „Wir fördern in Baden-Württemberg innovative Technologien und Ansätze, wenn sie eine bessere Lösung für den öffentlichen Personennahverkehr ermöglichen. Wo zum Beispiel eine Stadtbahn oder Eisenbahn aus Flächen- und Naturschutzgründen nicht gut funktioniert, kann eine Seilbahn oder eine Schwebebahn eine gute Alternative sein. Voraussetzung ist, dass sie kostengünstig ist und sich gut in das ÖPNV-Netz einbinden lässt.“


„Neben den notwendigen massiven Investitionen in das Bestandsnetz gilt es auch zwingend Investitionen in innovative Mobilitätsangebote vorzunehmen“, sagte Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde. Nur wenn man offen für Innovationen sei, stärke man langfristig den Wirtschaftsstandort Deutschland. Dazu gehört auch, innovative Mobilitätsangebote im Rahmen der Bundesförderung den bisherigen Verkehrssystemen gleichzustellen.

Laut Thüringens Infrastrukturstaatssekretär Dr. Tobias Knoblich zeige die Magnetschwebebahn, was technologisch möglich sei: „extrem schnell, leise und effizient“. Eine flächendeckende Umsetzung sei aktuell noch Zukunftsmusik, aber Modellprojekte könnten wichtige Erfahrungen für die Zukunft liefern.

Vorstandsvorsitzender Stefan Bögl zeigte sich sehr erfreut über den Besuch der Mitglieder der Verkehrsministerkonferenz und das große Interesse an den innovativen Lösungen im Infrastrukturbau. Eine der zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre werde der schnelle und zugleich effiziente Aus- und Neubau der Verkehrsinfrastruktur sein. Mit industriell vorgefertigten Mobilitätslösungen sei Bögl dafür bestens aufgestellt.

Die Firmengruppe Max Bögl hat das „Transport System Bögl“ für den Personennahverkehr entwickelt. Das Elektromagnetische Schwebesystem fährt fahrerlos. Pro Fahrzeugteil können laut Herstellerangaben bei einer Geschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde bis zu 127 Personen transportiert werden. In Sengenthal ist das System auf der unternehmenseigenen inzwischen 860 Meter langen Teststrecke seit 2012 im Einsatz.


Die Magnetschwebebahn war am Samstag sehr begehrt
25.04.26
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