Neumarkter Spenden helfen
Das auch durch Neumarkter Spenden finanzierte Schul- und Rehabilitationszentrum in Charkiw
Foto: Oksana Malynka
NEUMARKT. Die Spenden vieler Neumarkter Bürger stellen die humanitäre Hilfe in einem Teil der ukrainischen Großstadt Charkiw sicher.
Das sagte Tetiana Aristarkhova, die Sprecherin der ukrainischen Gemeinde in Neumarkt, die zusammen mit dem Verein Valores die Charkiwer Hilfsorganisation „Zlagoda“ unterstützt.
Von ursprünglich 40 ehrenamtlichen Helfern in Charkiw sind derzeit noch 14 Ehrenamtliche in der Gruppe aktiv. Die meisten männlichen Ehrenamtlichen wurden an die Front eingezogen, davon sei bereits einer im Kampfeinsatz gefallen. Die komplette Arbeit werde weiterhin meist durch die Frauen getragen, die unter ständiger Bombardierung durch die russische Föderation humanitäre Hilfe unter Lebensgefahr leisten würden.
In der Stadt Charkiw werden Strom und Heizung häufig abgeschaltet, so das maximal vier Stunden pro Tag Strom überhaupt verfügbar ist. Hilfsorganisationen können nur arbeiten, wenn ihnen Stromgeneratoren zur Verfügung stehen, Telefon- und Internetverbindungen sind instabil. Die Stadt Charkiw ist ein latentes Ziel von russischen Drohnen- und Raketenangriffen, Anfang Januar 2026 wurden mehrere Wohnhäuser beschossen.
„Zlagoda“ betreut permanent etwa 32 Familien, das heißt ältere Menschen, Menschen mit Behinderung und Familien mit insgesamt 68 Kinder. Die Familien erhalten Pakete mit Lebensmitteln, Medikamenten und Hygieneartikeln. Darüber hinaus in Monaten, in denen durch Spenden mehr Mittel zur Verfügung stehen, werden bis zu 500 Familien mit Kindern in der Region Charkiw, inklusive den umliegenden Dörfern, wie Malaja Rogosjanka, Kamenna Jaryga humanitär unterstützt.
Durch den russischen Angriffskrieg kann für Kinder nur einmal wöchentlich Präsenzunterricht durchgeführt werden, weiterer Schul-Unterricht kann nur online angeboten werden. Deshalb unterhält „Zlagoda“ ein Schul- und Rehabilitationszentrum im Stadtteil Severna Saltivka. Die Räumlichkeiten werden jeden Samstag kostenlos von einem lokalen Unternehmen bereitgestellt. Dort werden spezielle Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt, wie Kommunikationsspiele und Entwicklungsprogramme, die helfen psychische Belastungen und Traumata zu verarbeiten. Als besonders hilfreich hat sich die angebotene Kunsttherapie herausgestellt.
Olga Ataieva berichtet, dass sich die ehrenamtlichen Helfer von „Zlagoda“ nach vier Jahren ununterbrochenem Krieg sehr ausgebrannt fühlen. Ohne die Hilfe aus Neumarkt könne die humanitäre Hilfe für die Menschen in Charkiw nicht sichergestellt werden. Wegen mangelnder staatlicher Unterstützung müsste die Gruppe ihre Aktivitäten reduzieren. Olga Ataieva bat um die Fortsetzung der Hilfe aus Neumarkt, da humanitäre Hilfe für die Schwächsten durch staatliche Stellen nur sehr unregelmäßig stattfindet, noch schlimmer sei die Situation der Dörfer um Charkiw.
11.01.26
neumarktonline: Neumarkter Spenden helfen