"Deutliche Aussprache"

NEUMARKT. Sehr zufrieden und angetan von Inhalt und Stil eines Fachgesprächs zu den Zukunftsprojekten „Ortsumgehung Berg“ und dem Siedlungsprojekt „Wohnen, Handel und Gewerbe Richtheim“ war Bürgermeister Helmut Himmler nach Abschluss der Informations- und Diskussionsrunde.

Der neue Bundestagsabgeordnete Stefan Schmidt von den Grünen wollte sich über die Hintergründe der anstehenden Bauprojekte informieren und daraufhin hatte der Rathauschef zu einer großen Runde geladen mit Vertretern der Bürgerinitaitive Richtheim, dem Planungsbüro, Dr. Josef Guttenberger und Sigrid Schindler von der Kreisgruppe Neumarkt des Bund Naturschutz sowie Baudirektor Alexander Bonfig und Bereichsleiter Straßenbau Josef Gilch vom Staatlichen Bauamt Regensburg.


Es gab – so Himmler – eine offene und auch deutliche Aussprache über die Notwendigkeit beider Zukunftsprojekte und dem damit zwangsläufig verbundenen Landverbrauch. Dieser Zielkonflikt sei heute und mehr noch in der Zukunft prägend und wichtig für kommunalpolitisches Handeln. Man müsse selbstverständlich sparsamer mit der immer knapper werdenden Ressource Natur und Boden umgehen und das sei bereits in jeder Gemeinde Teil einer verantwortungsbewussten, zukunftsfähigen Kommunalpolitik. Zur Zukunftsgestaltung gehöre aber auch die Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur mit weiteren Wohngebieten für bauwillige junge Leute in den Kommunen sowie darüber hinaus Flächen für Gewerbe zur Ansiedelung oder Erweiterung in der Standortgemeinde.

Diese Zielkonflikte müssen nach Einschätzung des Berger Bürgermeisters und stellvertretenden Landrats in aller Offenheit und Deutlichkeit ausgetragen werden. Nur so werde man zu den erforderlichen Entscheidungen und Kompromissen mitsamt der unabdingbar nötigen Zustimmung bei den Bürgern gelangen. Er habe die Kreisgruppe des BN auch nie als grundsätzliche Verhinderer kommunaler Anliegen erlebt, sondern immer gute Kompromissbereitschaft erfahren.

Nach der intensiven Aussprache hofft Himmler auf einen weitgehenden Konsens bei den Projekten Ortsumgehung Berg und Bauprojekt Richtheim. Bei aktuell 12.300 Fahrzeugen pro Tag und einem LKW-Anteil von täglich 600 Fahrzeugen könne die Notwendigkeit der Umfahrung von Berg nicht ernsthaft in Abrede gestellt werden, sagte er.

Darüber hinaus sei er mit der Regierung der Oberpfalz in sehr guten Gesprächen zur weiteren Regulierung an der Staatsstraße 2240 im gesamten Bereich der Gemeinde Berg: so eine Sperrung für den überregionalen LKW-Verkehr, Tempo 30 an der Schwarzachtal-Schule in Berg, ein Durchfahrverbot für LKW in Gnadenberg und die Verlagerung auf die parallel verlaufende Autobahn.

Durch dieses "konsequente und sicher auch konflikthaltige" Vorgehen könne man voraussichtlich eine aus seiner Sicht hoch problematische Ortsumgehung von Gnadenberg im Schwarzachtal und damit gewaltige Eingriffe in Natur und Landschaft vermeiden.

Generell stehe nicht die optimierte Straßeninfrastruktur, sondern die Gefährdungs- und Gesundheitssituation der Menschen und insbesondere der Kinder in Orten mit exorbitant hoher und steigender Verkehrsbelastung im Zentrum der Verantwortung in den Rathäusern. In Städten sei dies bis hin zu drohenden Fahrverboten bereits eines der ganz wichtigen Zukunftsthemen und auch in den ländlichen Regionen komme es in aller Vehemenz an.
12.02.18
neumarktonline: "Deutliche Aussprache"
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