Gut gefüllte Auftragsbücher


Das Kraftfahrzeug-Handwerk sieht im Gegensatz zu vielen anderen Branchen noch keinen „deutlichen Aufwärtstrend“
Foto: Archiv/obx/Adobe Stock
NEUMARKT. Das Geschäftsklima für das regionale Handwerk bewegt sich inzwischen insgesamt wieder auf einem ähnlichen Niveau wie Ende 2019 - also vor Einleitung der Corona-Maßnahmen.

Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht der Handwerkskammer hervor. Mehr als jeder dritte ostbayerische Handwerksbetrieb - rund 35 Prozent - konnte zuletzt ein Plus an Aufträgen verzeichnen.

„Die Geschäftslage im Handwerk verbessert sich wieder“, sagte Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger. Entscheidend zur wirtschaftlichen Erholung trage eine positive Entwicklung der Auftragslage bei. Mit 11,8 Wochen seien die Auftragsbüchern wieder ähnlich gut gefüllt wie beim letzten Höchststand Anfang 2019 mit damals zwölf Wochen.

Ein positiver Aufschwung mache sich zudem bei den Umsätzen bemerkbar. Während die Umsatzdynamik wegen der Corona-Beschränkungen in den ersten Monaten des Jahres noch deutlich gebremst war, konnten inzwischen erheblich mehr Betriebe, rund 39 Prozent, ein Umsatzplus verbuchen.


Davon beflügelt erwartet jeder dritte Handwerksbetrieb für das laufende dritte Quartal weitere Umsatzzuwächse. Die Auftragslage wird als weitestgehend stabil prognostiziert, über zwei Drittel der Betriebe rechnen mit einer unveränderten Situation in den kommenden drei Monaten.

„Wenngleich jeder zweite Betrieb seine Geschäftslage inzwischen wieder als gut bewertet, können noch nicht alle Handwerksbranchen vom Aufschwung gleichermaßen profitieren“, sagte Handwerkskammer-Präsident Dr. Georg Haber. Ein deutlicher Aufwärtstrend lasse vor allem im Kraftfahrzeugbereich, dem Gesundheitsgewerbe sowie in den Handwerken für den privaten Bedarf noch in der Breite auf sich warten. Diese Branchen seien in Folge der Corona-Maßnahmen besonders stark betroffen gewesen.

Die Herausforderungen für Betriebe durch die Infektionsschutzmaßnahmen hätten im Großen und Ganzen abgenommen, dem gegenüber sehe sich ein Teil der Betriebe mit neuen Schwierigkeiten konfrontiert, ausgelöst durch Liefer- und Materialengpässe sowie deutlichen Einkaufspreissteigerungen, gerade im Baubereich. Neun von zehn Baubetrieben rechnen mit weiter steigenden Einkaufspreisen. „Maßnahmen, um hier gegenzusteuern, stehen im Raum und brauchen entsprechende politische Unterstützung“, sagte der Handwerkskammerpräsident.

Ebenso müsse die Gewinnung junger Fachkräfte wieder zentral in den Fokus aller Beteiligten gerückt werden, um die Bewerberzahlen in der beruflichen Bildung nach Rückgängen wieder zu steigern. „Denn das Handwerk braucht trotz pandemiebedingter Unsicherheiten weiterhin dringend Nachwuchs“.
21.07.21
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