„Rabbiner und Chronist“


Auch beim Schachclub war Dr. Magnus Weinberg Mitglied - hier ganz links bei einem Turnier um 1925 im Neumarkter Rathaussaal
Foto: Hans Stegmeier
NEUMARKT. Die erste Führung im neuen Jahr aus der Reihe „Sonntagsführung für jedermann“ führt am Sonntag in das Neumarkter Stadtmuseum, wo bis Ende des Monats die Sonderausstellung „Dr. Magnus Weinberg – Rabbiner und Chronist der jüdischen Geschichte der Oberpfalz“ gezeigt wird.

Dr. Magnus Weinberg, dem zu Ehren die Stadt Neumarkt im November letzten Jahres einen Platz neu benannte (wir berichteten), war eine außergewöhnliche Persönlichkeit und auch im damaligen gesellschaftlichen Leben Neumarkts nicht nur durch seine Mitgliedschaft in Vereinen präsent.


Seine Entscheidung, mit seinem Umzug von Sulzbürg nach Neumarkt 1910 auch den Sitz des Distriktsrabbinats hierher zu verlegen, spiegelt den Aufschwung der noch jungen, 1868 gegründeten israelitischen Kultusgemeinde Neumarkt, deren Geschichte in der Ausstellung ebenfalls beleuchtet wird.

Außer seiner Tätigkeit als Rabbiner gilt Dr. Magnus Weinberg heute als bedeutender Historiker, der grundlegende Werke zur Erforschung der jüdischen Regionalgeschichte verfasste.

Es war ihm nicht vergönnt, den wohlverdienten Ruhestand in Würzburg, der Heimatstadt seiner Frau Judith, zu verbringen – das Ehepaar wurde von dort am 23. September 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo Weinberg ein Jahr später starb. Weinbergs Sohn Joseph wurde im April 1943 in Belgien auf dem Transport in das KZ Auschwitz von den Nazis erschossen. Weinbergs Tochter Rosalie war mit ihrer Familie in die Niederlande ausgewandert und wurde nach der deutschen Besetzung des Landes Opfer des Holocaust: sie, ihr Ehemann und zwei ihrer Kinder starben im KZ Bergen-Belsen. Weinbergs Schwester Zerline Eppstein und sein Halbbruder Hermann Weinberg starben ebenfalls in Theresienstadt.

Treffpunkt für die Führung ist im Stadtmuseum Neumarkt und der Beginn ist um 15 Uhr. Tickets für die Führung können in der Touristen-Information in der Rathauspassage (Telefon 09181/255-125) vorab bezahlt werden. Sollte es noch Restplätze für die Führung geben, so kann man auch spontan mit dabei sein.
10.01.19
neumarktonline: „Rabbiner und Chronist“
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