Pfadfinder holen Christbäume


Wie jedes Jahr werden in Neumarkt Jugenverbände die ausgedienten Christbäume entsorgen.
Foto:Archiv
NEUMARKT. Wohin mit dem Christbaum ? Am Samstag holen wieder Pfadfinder und andere Jugendgruppen den nadelnden Sperrmüll von zu Hause ab.

Gesammelt wird in der Neumarkter Innenstadt sowie in den Stadtteilen Altenhof, Hasenheide, Holzheim, Kohlenbrunnermühle, Koppenmühle, Mühlen, Pölling, Woffenbach und Wolfstein.

Zum 33. Mal kümmern sich in Neumarkt die Pfadfinder von der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) um die Baum-Entsorgung: Am 12. Januar sind zahlreiche Kinder und Jugendliche den ganzen Tag im Stadtgebiet unterwegs und sammeln die "ausrangierten" Christbäume gegen eine kleine Spende ein.


Neben den Mitgliedern der DPSG sind Jugendliche der Pfadfinder- Siedlung Taizé aus Woffenbach und des THW an der Aktion beteiligt. Darüber hinaus werden auch die Wasserwacht Neumarkt und die „Pöllinger Bixn und Burschn“ tatkräftig mit anpacken. Zahlreiche Neumarkter Firmen und Behörden stellen den Jugendlichen ihre Lastautos zur Verfügung.

Seit 1996 nehmen sich Neumarkter Jugendliche dieses Entsorgungsproblems an, mittlerweile zum 13. Mal organisiert Matthias Platzek von der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) die Großaktion. Bereits seit Mitte November ist er am Telefonieren, verschickt Emails und plant: Wer stellt unentgeltlich seinen LKW zur Verfügung? Wer organisiert das Mittagessen für die zahlreichen Helfer? Und welches Team kommt in welchem Stadtteil zum Einsatz?

Nur eine Frage interessiert dabei kaum: die nach dem Wetter. Denn die Pfadfinder kommen bei jedem Wetter und so mancher schwere Christbaum bringt auch den Kräftigsten ins Schwitzen, wenn es gilt, die Tanne auf den Laster zu wuchten.

Wie jedes Jahr werden die Kinder und Jugendlichen am Samstag nach Heilig-Drei-König von 8.30 bis etwa 17 Uhr von Straße zu Straße ziehen und dort klingeln, wo ein Christbaum vor dem Haus steht - und sich über eine Spende für ihren Jugendverband freuen .

Die Bäume sollen von Lametta und anderem Schmuck befreit werden und am Samstag, 12.Januar, spätestens um 8.30 Uhr abholbereit und gut sichtbar vor dem Haus platziert werden. Der enge Zeitplan erlaubt es nicht, die einzelnen Straßen ein zweites Mal anzufahren, so dass Nachzügler nicht berücksichtigt werden können, hieß es. Gerade in Sackgassen oder engen Stichstraßen wie zum Beispiel im Altenhof oder in der Altstadt ist es zudem hilfreich, wenn die Bäume bereits vorne an der Einfahrt auf einem Haufen gesammelt werden.

Falls es bis dahin schneien sollte, muß man auch darauf achten, die Bäume nicht in den Schneehaufen vor dem Haus zu stecken: Dort können sie festfrieren und sind dann nur mit Gewalt wieder herauszukriegen. Die Kinder, die dann bei den Haushalten klingeln, können die oft schweren Bäume jedoch nicht sofort mitnehmen, sondern lassen sie vor den Häusern auf dem Gehweg liegen. Später, in der Regel bereits nur wenige Minuten darauf, kommt dann der Lastwagen in die Straße gefahren und lädt alle Bäume auf.

Matthias Platzek bedauert, dass man es leider nicht immer allen Bürgern recht machen kann: "Bei einer Menge von rund 10.000 Bäumen kann es leicht einmal vorkommen, dass tatsächlich einer übersehen wird". Trotz der Bemühungen um eine vollständige Entsorgung aller alten Bäume könne leider kein Recht auf Abholung gewährt werden.

Das Abholen der Bäume ist zwar kostenlos, trotzdem freuen sich die Mitglieder der Jugendverbände über eine Spende. Matthias Platzek wies darauf hin, dass die aus der Sammelaktion gewonnenen Spenden mitunter die wichtigste Finanzierungsquelle der Jugendarbeit der teilnehmenden Verbände darstellen. Diese Mittel fließen vor allem in das Aufkommen für Fahrten, Ausrüstungsgegenstände und Gruppenstundenmaterial.
10.01.19
neumarktonline: Pfadfinder holen Christbäume
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